Pfarrei St. Hubertus Aach
Der Ort Aach gehörte zur Grundherrschaft der adeligen Benediktinerinnenabtei St. Irminen in Trier. Die Äbtissin war als Grundherrin verantwortlich für den Kirchenbau in Aach.
Die letzte Äbtissin floh mit ihrem Konvent 1794 vor den französischen Revolutionstruppen und starb 1808 „im achtzigsten Lebensjahr von allen geliebt und verehrt“ in Fulda.

Der Generalvikar Lorenzi in Trier schreibt in seiner Geschichte der Pfarreien über Aach:
Das Dorf Aquaquum steht unter den Gütern, deren Besitz die beiden Ottonen dem Kloster Ören (Irminen) 953 und 973 bestätigen. Dass in diesem Besitze auch das Patronatsrecht zur Kirche einbegriffen ist, bezeugt eine Urkunde aus dem Jahre 1227 ausdrücklich. In dieser incorporierte der Erzbischof Theoderich dem Reflektorium des genannten Klosters die Kirche von Hage nebst allen Einkünften der Pfarrei mit der Bestimmung, dass ein Vicarius perpetuus dort anzustellen und dann dem Archediakon zu praesentieren sei. Auch gab er genau das Einkommen an, das der Vikar über seine Präbende hinaus zu beziehen habe. Er hat aber sicher nicht vorausgesehen, wie übel es bald um die Seelsorge der dortigen Parochianen aussehen sollte.
Als die Kirche des Hl. Johannes des Täufers in Aha 1570 visitiert wurde, fanden sich dort 50 Kommunikanten vor, aber kein Pfarrhaus und kein Pfarrer. Der mit der Seelsorge betraute Priester hatte die Pfarrei verlassen und hielt sich vermutlich in der Abtei zu Trier auf. Die Äbtissin bezog den ganzen Zehnten.
1621 gab es noch einen eigenen Priester in Aach. Er bezog 6 Malter Korn zur Besoldung. 1679 verwaltete ein Vikar von Trier aus die Pfarrei und die dem selben Kloster incorporierte Pfarrei Liersberg. In dem Visitationsprotokoll von 1743 wird ausdrücklich gesagt, dass der Pfarrer wegen mangelnder Kompetenz im Ort nicht residieren könne und auch nur an jedem zweiten Sonntag dort Dienst zu halten habe. Der Kirchneubau war ebenfalls in Verfall geraten. Der Zustand war derart, dass die Kirche nicht mehr ohne Lebensgefahr betreten werden konnte. Da baute die Abtei 1743 in Liersberg ein Pfarrhaus und nun wurde Aach von dort seelsorgerisch betreut. So kam es, dass die alte Pfarrei Aach, die schon 150 Kommunikanten zählte, sich zur Filiale von Liersberg degradiert sah.
Im Jahre 1783 machte die Abtei das, was sie an Aach gesündigt hatte, teilweise wieder gut, indem sie die heute noch bestehende Pfarrkirche baute.
Im Distrikt „Bungert“ wurde für Kirche und Friedhof ein Platz von dem Irminenkloster geschenkt.
Das Schiff der neuen Kirche hatte eine Länge von 13m und eine Breite von 8,14m. 250 Personen konnten darin Platz finden. Damit war sie imstande, 1803 bei der Erhebung Aachs zur Succursalpfarrei (Filialpfarrei) auch noch die Pfarrangehörigen von Beßlich aufzunehmen. Schon nach 50 Jahren erwies sich die Kirche als zu klein. Pfarrer Weber beseitigte 1859 den Übelstand durch den Bau einer Empore, so dass 300 Personen in der Kirche Platz fanden. Nach kaum 40 Jahren musste abermals eine Vergrößerung der Kirche vorgenommen werden. Es geschah durch Pfr. Riesen 1895. Die Kirche erhielt ein Auerschiff und einen Chor. An die Nordseite des Chores wurde eine geräumige Sakristei gebaut. Als Patrone wurden der Hl. Hubertus und St. Michael erwählt.
Der Altar stammt aus der früheren Kirche und trägt die Aufschrift 1720. Der Tabernakelbau ist neu, ein Werk des Pfr. Hennes aus dem Jahre 1930. Unter ihm wurde der Altartisch etwas tiefer gebaut; das Schlusskreuz des Giebels verschwand; der Hl. Hubertus musste die obere Nische räumen und der Hl. Dreifaltigkeit Platz machen. Trotz dieser Veränderungen ist der Barockstil des Altars nicht beeinträchtigt worden.
Die Kanzel ist aus dem Jahre 1619. Früher war sie mit einer netten Bildhauerarbeit (Hubertus vor dem Hirsch kniend) geschmückt. Pfr. Meiers, der sich in seinen freien Stunden sehr viel, wenn auch nicht mit großem Erfolg, künstlerisch betätigte, versuchte mit Meißel und Hammer die Plastik etwas schärfer hervortreten zu lassen. Der Versuch misslang vollständig. Eines Morgens lag Hubertus mit dem Hirsche, dem Gesetz der Schwerkraft folgend, zerschmettert am Boden. Den so frei gewordenen Kanzelraum zieren heute ganz sinnvoll die Bilder der vier Evangelisten.
Der heutige Kreuzweg der Kirche ist 1903 durch Pfr. Achen errichtet worden. Zur Herstellung der stilistischen Harmonie sind die Rahmenaufsätze bei der letzten Renovierung der Kirche beseitigt worden. Den ersten Kreuzweg erhielt die Kirche bereits 1873 durch Pfr. Meiers.
Die Marmortafeln zu beiden Seiten des großen Missionskreuzes mit den Namen der im Weltkriege 1914-18 gefallenen Pfarrangehörigen stammen aus der Werkstätte des Trierer Bildhauers Wilhelm Braun. Sie sind 1926 vom hiesigen Männergesangverein beschafft worden.
Trotzdem Pfr. Achen in den 30 Jahren seines Hierseins mit Rücksicht auf die wirtschaftlich Notlage der Pfarrei sich in der Ausstattung der Kirche auf das Allernotwendigste beschränkte, ist doch die erste Ausmalung der Kirche, sowie die Errichtung des neuen Kreuzwegs, die Beschaffung der beiden Seitenaltäre und der Einbau des jetzigen Bodenbelags sein Verdienst. Zum Schmuckkästchen ist die Kirche in der nunmehr neunjährigen Wirksamkeit des Pfr. Lauxen geworden. Die Kirche hat durch ihn von Künstlerhand eine neue Ausmalung und stilistische Harmonie erhalten, wie sie bei den hiesigen einfachen Verhältnissen nicht schöner gedacht werden kann. Heizung, Orgel und Turmuhr sind sein Werk. Desgleichen die Erweiterung des Friedhofs und der Ausbau der Friedhofswege durch Kleinpflaster.

Die Pfarrkirche war durch einen Granateneinschlag gegen Ende des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt worden. So wurde der Kirchturm völlig zerstört. Dabei wurde der Redemptoristenpater Nikolaus Müller aus Aach von herabstürzendem Gebälk erschlagen. Zunächst wurde an der nordwestlichen Ecke der Kirche ein Holzgerüst gebaut und die 1946 gegossene Marienglocke dort aufgehängt. Erst 1962 konnte mit einem Kostenaufwand von 70.000 DM ein neuer Kirchturm errichtet werden. Einige Jahre lang diente der untere Raum des Kirchturms auch als Leichenhalle. 1969/70 wurde dann eine neue Leichenhalle auf dem Friedhof errichtet.
Am 20. Januar 1963 richtete ein Krippenbrand sehr großen Schaden in der Kirche an. Nur die Aufmerksamkeit einer Friedhofsbesucherin verhinderte ein vollständiges Abbrennen der Pfarrkirche. Der Josefsaltar mit Figuren von Josef, Franziskus und Judas Thaddäus wurde ganz zerstört. Der Brand gab aber die Gelegenheit, die längst seit nach dem Krieg überfällige Ausmalung der Kirche vorzunehmen. Im Zuge der Renovierung wurde der Marienaltar im linken Querschiff entfernt. Der Barockhochaltar von 1720 wurde an die Rückseite des Chorraums versetzt, da nach der Liturgiereform die Messe nicht mehr mit dem Rücken zum Volk gelesen wurde. So wurde der Platz für einen neuen Altarstein aus hellem Aacher Sandstein aus dem Steinbruch des Matthias Krein geschaffen. Die Trierer Firma Martini übernahm die künstlerische Gestaltung des neuen Altars. Der bisherige Hochaltar wurde durch Einbau eines Tabernakels zum Sakramentsaltar.
Am 3. November 1968 wurde der neue Altar, der bereits seit 1965 genutzt wurde, endlich feierlich geweiht. Weihbischof Karl Heinz Jacoby nahm die Konsekration vor. Der neue Altar wurde zu Ehren des Hl. Hubertus geweiht, die Reliquien des Hl. Trierer Martyrer und des Einsiedlers Simeon wurden in den Altar eingemauert.
Weitere bauliche Veränderungen an der Pfarrkirche waren Anfang der siebziger Jahre ein Türdurchbruch an der Stelle des ehemaligen Josefsaltars in die Sakristei und ein Durchbruch nach außen, um einen direkten Zugang zum Friedhof zu schaffen. Ein großes Kruzifix, das zwischen den Heldengedenktafeln im linken Vorderbereich hing, bekam seinen Platz freischwebend am Anfang des Chorraums. Zwischen den Tafeln wurde eine Pieta angebracht. Die Predigerkanzel wurde im Zug der Liturgiereform aus der Kirche entfernt. Ein schöner Weihwasserstein wurde im hinteren Mittelgang errichtet und eine Windfangvorrichtung aus Glas an dem Haupteingang angebracht. Eine zweite Ausmalung der Kirche erfolgte 1978. 1982 wurde der Friedhof erneut vergrößert.

Die Pfarrei Aach bestand bis zum Jahre 1803 aus Aach und dem Altenhof, der ebenfalls zu den Besitzungen des Klosters Irminen gehörte. Im gleichen Jahre wurde die Pfarrei Beßlich – Kimmlingen –Pallien – Sievenicher Hof aufgehoben. Beßlich wurde der Pfarrei Aach zugeteilt. Kimmlingen der Pfarrei Butzweiler und Pallien mit Sievenicher Hof nach Trier – St. Paulus überwiesen. Aach erhielt dadurch einen Zuwachs von 50 Seelen. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte entstanden die Siedlungen Neuhaus und Hohensonne. Neuhaus gehört erst seit dem 6.6.1904 zur Pfarrei Aach. 7 Häuser standen auf dem Banne Sirzenich und gehörten daher zur Pfarrei Trierweiler. Sie wurden aber von jeher von Aach aus pastoriert. 70 Jahre lang kämpften sie um die Einpfarrung nach Aach. Die Einpfarrungsurkunde des Bischofs trat am 1.10.1904 in Kraft.
Von Hohensonne gehört das Haus Gotters nach Newel und damit zur Pfarrei Butzweiler. Alle übrigen Häuser gehörten zur Gemeinde und Pfarrei Aach.

Quelle: Geschichte und Geschichten – Aach gestern & heute:
Texte von Franz Scholl und Bernhard Koch