Pfarrei St. Hubertus Aach

Die Kirchen in unserer Pfarrei St. Hubertus

Pfarrkirche St. Hubertus Aach

Die heutige Aacher Pfarrkirche löste 1783 ihre Vorgängerin (auf dem Kirchberg, nordöstlich vom Ortskern) ab.
Die Baupflicht oblag damals der adeligen Benediktinerinnenabtei St. Irminen /Ören in Trier, da Aach zu deren Grundherrschaft gehörte.
Der einschiffige Neubau (13 m x 8,14 m) erwies sich mit der Zeit als zu klein und wurde 1895 durch den Anbau eines Querschiffes und eines Chorraumes erweitert.

Die Kirche besaß bis zum Jahr 1944 nur einen Dachreiter (mit Schieferpyramide) für ihre Glocken. Durch einen Granatvolltreffer wurde er zerstört. Bis 1962 diente dann ein Holzgerüst (rechts neben dem Kirchengiebel) als „Glockenturm“.
Im Jahr 1962 wurde dieses Provisorium von einem massiven Kirchturm aus behauenen Steinen abgelöst, der als Campanile links neben dem Kirchenschiff steht.

Sehr wahrscheinlich stammt der frühere barocke Hochaltar (jetzt Sakramentsaltar) von 1720 aus der alten Kirche.

Die Kirchenfenster in Chorraum und Querschiff stammen aus dem Jahr 1957.
Das linke Fenster im Chorraum zeigt die Szene „Mose mit der am Pfahl erhöhten Kupferschlange“ (Numeri 21, 6-19).
Gegenüber auf der rechten Chorseite sind „Abendmahl und der Kreuzestod Christi“ dargestellt.
Beide Motive künden: Wer zu dem am Pfahl erhöhten aufblickt, wird gerettet.
Das Fenster rechts im Querschiff zeigt die beiden Pfarrpatrone St. Hubertus (mit Wunderhirsch) neben dem Erzengel Michael (mit dem Drachen).
Das Fenster links im Querschiff ist der Hl. Irmina (eingedenk der Grundherrschaft von St. Irminen) und dem Hl. Trierer Bischof Abrunculus (dem Patron der Filiale Beßlich) gewidmet.
Auf der Mädchen-/Frauenseite (links im Kirchenschiff) erinnert das Kirchenfenster an die junge Hl. Maria Goretti.
Gegenüber (auf der Jungen-/Männerseite) reicht der Hl. Hermann Josef von Steinfeld der Muttergottes mit dem Jesuskind einen Apfel als Geschenk.

Das spätgotische Kreuz im Triumphbogen stammt vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Es ist eine Holzschnitzarbeit und 1,25m hoch.

Das 60cm hohe Vesperbild aus Holz ist eine einfache Kopie des 18. Jahrhunderts des Klausener Gnadenbilds. Es soll an die Opfer des Krieges erinnern.

Die Apfelmadonna (vorne links im Querschiff) ist eine Kopie der im Aachener Museum befindlichen „Apfelmadonna“ und wurde 1965 erworben. Sie deutet über das Nächstliegende (Aacher Apfelreichtum) hinaus: Das Kind auf ihrem Arm trägt mit dem (Reichs) Apfel die Welt in seinen Händen.

Anlässlich des 200jährigen Kirchenjubiläums 1983 wurde ein gotischer Schlussstein (Maria mit dem Jesuskind) vom Kirchberg restauriert und über dem Eingang zur Sakristei ins Mauerwerk eingesetzt.

Filialkirche St. Ambrunculus Beßlich

Am erhöhten Ortsrand thronende romantische Kleinkirche mit einem dem Dorf zugewandten Ostchorturm. Vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet, wurden 1539 Bauarbeiten und 1688 eine Renovierung vorgenommen, ohne dass der Baukörper verändert wurde. 1818 wurde ein neues Portal anstelle des alten an der südlichen Langhausseite eingesetzt und 1976 mit einem Vorraum verbunden; gleichzeitig Abbruch der Sakristei am Chorturm.

Teilverputzter Bruchsteinbau aus Kalksand- und Kalksteinen; die Ecken gequadert. Eingemauert sind Spolien eines römischen Grabmales, darunter ein Eckstück mit Rankenwerk und Fragment einer Inschrift IVLIANII... Der zweigeschossige Turm unter Satteldach wird am Glockengeschoss von einem Gesims geteilt, darauf die Zwillingsschallfenster in Rundbogenrahmung. Die Ostseite des Turmchors wird von einem spätgotischen rundbogigen Maßwerkfenster mit Schneußfüllung dominiert. Das Schiff schließt als nur an der Südseite geöffneter, kurzrechteckiger Satteldachbau an. Neben dem Portal ein breites, rund geschlossenes zweibahniges Fenster der Spätgotik. An der Nordwand hat sich eine kleine, nischenartig eingesetzte Rahmung eines romantischen Schlitzfensters erhalten.

Das Schiff hat im Inneren eine dem original Bestand angeglichene Balkendecke, der Chor wurde wahrscheinlich 1688 mit Kreuzrippen gewölbt und der Chorbogen zum Flachbogen verbreitert. Teil der spätgotischen Ausstattung ist eine im Kreisgebiet einmalige Altarkonsole. Die achteckige gotische Steintaufe ist ein mit der Erlaubnis zur Errichtung des Taufsteines1339 datierter, zweigeteilter gotischer Sandsteinblock mit herausgearbeiteter Säulenstellung am Fuß. Auf der Konsole eine Figur desTrierer Bischofs Abrunculus (um 527). Als eine von mehreren im nordwestlichen Kreisgebiet überdauerten romantischen Kleinkirchen hat die ehem. Pfarrkirche den hohen baugeschichtlichen Wert als Zeugnis einer romantischen Landkirche.

Teil der geschützten Umgebung ist der ummauerte, teils von Böschungsmauern umfasste Kirchhof mit seinem Treppenaufgang. Vor dem Chorturm abgestellt sind drei Sandstein-Grabkreuze des frühen 19. Jahrhundert, die in Form und Darstellungsform mit Totenkopf und Wundmale Christi schöne Beispiele der Sepulkralkultur darstellen. Darunter ein 1827 angefertigtes Totengedächtniskreuz aus Schaft und Totenkreuz für den 1813 zu Frankfurt in einem Hospital gestorbenen Nicolaus Lohrig aus Beßlich.

Filialkirche St. Jakobus Hohensonne

Die Filialkirche wurde 1896 von Johann Schneider aus Biewer erbaut. Zuerst entstand die Sakristei, in der er während der Bauzeit die Woche über wohnte.
Die Kapelle ist St. Jakobus dem Älteren geweiht und wird zuweilen auch von Santiago-Pilgern aufgesucht.
Kleiner, steil proportionier¬ter, zweiachsiger, von dreiviertelhohen Strebepfeilern eingefaßter Giebelbau mit eingezogenem, fünfseitigem Chor. Der Dachreiter vierkantig und schlicht. Die Rundbogenformen sind mit neugotischen Anklängen kombiniert (Fensterteilungen, Überfanggesims am Portal). In einer Nische im Giebelfeld Figur des heiligen Hubertus.
Das Innere von hoher Raumwirkung ist über Konsolen kreuzrippengewölbt bzw. im Chor mit rippengeteilten Kappen versehen. Die Ausgestaltung ist in großen Teilen neu; von der ursprünglichen Ausstattung haben sich das Triumphkreuz, gemalte Kreuzwegstationen im Nazarenerstil sowie das Gestühl und der Kachelfußboden erhalten.
Sieben Bildtafeln sind den „sieben Schmerzen Mariens“ gewidmet. Eine farbenfrohe (steinerne) Madonna setzt hierzu einen etwas heiteren Gegenakzent.
Die heutige Glocke ist eine „Alarmglocke“ aus dem Jahr 1944. Sie ersetzt die beiden Vorgängerglocken, die in den beiden Weltkriegen eingeschmolzen wurden. Die Glocke von 1896 (gestiftet von Johann Schneider, Biewer) trug die Inschrift:
Maria, du Morgenrot, dir klag ich meine Not. Maria, du Morgenstern, führt mich zu Gott, dem Herrn!

Pfarrhaus Aach

Das Pfarrhaus in Aach ist 1807 erbaut worden. Unmittelbar daran – nach dem Dorfe zu – stand das erste Schulhaus von Aach. Heute bildet es mit dem Pfarrhaus ein Ganzes. Es ist der jüngere Teil des Pfarrhauses. Erbaut um das Jahr 1825 und gleich mit Schiefer gedeckt, war es bei dem großen Brande 1827 die Rettung des noch mit Stroh bedeckten Pfarrhauses. Hier gelang es den herbeigeeilten Feuerwehren, den Flammen Einhalt zu gebieten und damit Pfarrhaus, Kirch und anliegende Häuser unversehrt zu erhalten.
Das Pfarrhaus ist zwar ein alter Bau mit niedrigen Zimmern, bietet aber ausreichend Raum und vermag bei seiner vorzüglichen Instandhaltung noch eine Reihe von Jahren den bescheidenen Ansprüchen eines Landpfarrers zu genügen. Die Ökonomiegebäude, die für drei Stück Rindvieh, 12 Schafe und 6 Schweine berechnet waren, stehen heute leer oder werden für hauswirtschaftliche Zwecke verwendet. Erst im Jahre 1871 erhielt das Pfarrhaus ein Schieferdach.

Quelle: Aufzeichnungen von Engelbert Gotthard