Pfarrei St. Remigius Butzweiler

Die Geschichte unserer Pfarrei

Der Trierer Erzbischof Poppo von Babenberg bestätigte 1030 in einer Urkunde der Abteil St. Marien zu den Martyrern Trier in Butzweiler (wie schon seine Vorgänger) den Besitz einer Kirche, eines Salhofs mit dem dazugehörigen Aackerland, 28 von Zinsleuten bebauten Gütern von je 30 Morgen und einem Gut von 15 Morgen; weiter werden aufgeführt Weideplätze, ein Obstgarten, eine Mühle und Waldungen.

Die Baulast für die Kirche oblag der Abtei St. Marien zu den Martyrern. Ihr damaliger Abt Petrus Cremes ließ die heutige Butzweilerer Kirche 1759 erbauen. Die Tradition der (äußeren) Strebepfeiler wurde besonders an den von der Abtei errichteten Kirchenbauten (wie auch in Butzweiler zu sehen) beibehalten.

Die Baulastpflicht erstreckte sich auf Kirchenschiff, Chorraum und Sakristei. Für den Turm war die Zivilgemeinde zuständig.

Die Pfarrkirche St. Remigius Butzweiler steht in einer römischen Siedlungsstelle.

Beim Bau eines Heizungskellers unter der Sakristei wurde 1950 eine römische Münze des 2. Jahrhunderts n. Ch. gefunden.

Zwischen Kirche und Pfarrhofmauer stieß man 1963 beim Grabaushub auf behauene römische Quader, römisches Gussmauerwerk, römische Dachziegelfragmente und römische Urnen- und Gefäßscherben. Pfr. Dr. Nikolaus Kyll (promovierter Volkskundler und von 1957-1973 hier Pfarrer) meldete die Funde dem Trierer Landesmuseum und überbrachte einen Teil der römischen Scherben. Im amtlichen „Verzeichnis der im Besitz der Pfarrei Butzweiler befindlichen Kunstschätze und Altertümer“ sind die Funde eingetragen und per Unterschrift und Pfarrsiegel am 13. Februar 1963 beglaubigt.

Auch später konnten auf diesem Teil des Kirchhofs noch römische Dachziegel- und Gefäßscherben festgestellt werden.

Als 1976 ein neuer Heizkanal unter der Kirche angelegt wurde, stieß man (unter dem Chorraum) auf eine römische Säule, die zum Sarkophag für frühmittelalterliche Bestattung umfunktioniert worden war. Verbaut in das Fundament der Südmauer der Vorgängerkirche konnten Teile eines römischen Basalt-Mahlsteins geborgen werden und die die Kirchhofsmauer eingebaut werden.

Die romanische Vorgängerkirche

Im Rahmen der großen Restaurierung (1975-1978) stieß man beim Anlegen eines neuen Heizkanals auf der linken Seite unter dem Kirchenschiff auf die südliche Grundmauer der Vorgängerkirche.

Im untersten Geschoss des (noch in den drei untersten Geschossen erhaltenen) romanischen Kirchturms fand man in der Westwand des Turmes das Hauptwerk eines Triumphbogens.

Unter dem barocken Chorraum wurde auch das obere Hauwerk eines kleinen romanischen Fensters ausgegraben.

Im Anschluss an die Südmauer des Turmes wurde eine kleine gotisch eingewölbte Sakristei nachgewiesen.

Bei der Vorgängerkirche handelt es sich um eine romanische Chorturmkirche, die mit der von Beßlich vergleichbar war.

Die nördliche Grundmauer ist noch unter dem Pflaster zwischen Kirche und schmalen Gräberfeld nachzuweisen.

Die ursprüngliche Dachform ist nicht bekannt.

Quelle: Aufzeichnungen von Engelbert Gotthard