Pfarrei St. Dionysius Ittel

Die Pfarrei Ittel, zu der die Filialen Hofweiler und Idesheim gehören, liegt in einem Gebiet, dass wegen seiner günstigen Bodenbeschaffenheit schon sehr früh besiedelt wurde. Funde bestätigen diese Annahme, obwohl es über den eigentlichen Ursprung dieser Orte keine näheren Angaben gibt.
Was in zugänglichen Geschichtsquellen zu finden war, soll hier in einer Auswahl chronologisch geordnet gebracht werden:

1212 Eine Urkunde des Trierer Erzbischofs Johann bringt uns die erste Nachricht über den Pfarrbezirk Ittel, der mit Hofweiler, Kyll, Idesheim und einem Teil von Idenheim nördlich des Distrikts Welschbillig das Gebiet zwischen der Meckeler Ostgrenze und der Kyll einnimmt. Aus ihr erfahren wir folgendes: Die Kirche, deren Besetzungsrecht dem Probst des Kanonikerstifts Pfalzel zusteht, wird dem Stiftskapitel zur Verbesserung der Einkünfte überwiesen. Der Probst, der der Überweisung zustimmt, soll auch in Zukunft dem Archidiakon den Priester zur Amtseinführung präsentieren, doch hat der Priester nicht mehr die Stellung eines Pfarrers, sondern die eines ständigen Vikars. Das Stift hat ihm den Lebensunterhalt aus den Einkünften der Pfarrei zu gewähren, doch fügt der Erzbischof den Zehnten der Siedlungen Hof, Weiler und Kyll samt einigen Einkünften aus Idesheim und Gilzem hinzu, die aus Abgaben bestehen, wie sie von allen Bauern der Pfarrei zur Zeit der Ernte und allen Häusern der Pfarrei am 4. Fastensonntag entrichtet werden.

1570 Ein Visitationsbericht des Erzbischofs von Trier erwähnt die Pfarreien Welschbillig, Ittel, Dahlem-Trimport und Sülm. Die Orte der genannten Pfarrbezirke unterstehen der kurtrierischen Landeshoheit. Zuständig für die Pfarrkirche Ittel sind weiterhin die Stiftsherren von Pfalzel.

1717 An der Kapelle in Idesheim ist der Turm baufällig geworden und muß erneuert werden. Bei der Ausführung der erforderlichen Arbeiten gerät das Strohdach in Brand.

1776 Die Filialkirche in Idesheim wird als ruinös bezeichnet. Man beschließt einen Neubau des Schiffes.

1790 Die Stiftsherren von Pfalzel errichten nach Abbruch der baufällig gewordenen Pfarrkirche in Ittel die heutige Kirche. Sie behalten das Patronatsrecht über die Pfarrei.

1846 Neben der Pfarrkirche wird ein Schulhaus für alle Kinder aus der Pfarrei erbaut. Nach Fertigstellung des Gebäudes trennt sich Idesheim vom Schulverband und gründet eine eigene Dorfschule.

1889 Die Gemeinde Hofweiler kauft ein leerstehendes Bauernhaus und richtet es zu einer Schule ein, so dass ab 1. November des Jahres die Hofweiler Schulkinder den Weg zur Pfarrkirche nach Ittel nicht mehr zu Fuß zurückzulegen haben.

1899 Am Kirmesmontag findet in Kyll eine größere Feier statt. Dort wird die neu aufgebaute Kapelle eingeweiht, und zum ersten Male kann darin die Heilige Messe gefeiert werden.

1907 Am 11. August 1907 feiert ein Sohn der Gemeinde Hofweiler, Herr Michel Marxen (Elsen) Primiz und bringt sein erstes Messopfer in der Pfarrkirche zu Ittel dar.

1920 Der Kirchenchor Ittel veranstaltet ein Sängerfest, das in der Trierischen Landeszeitung lobend erwähnt wird. Am Kirmestage erklingt zum ersten Male das neue große Orgelharmonium, das von der Firma Maier in Fulda erworben wurde und 8.020 Mark kostete. Der Kirchenchor übernimmt die Bezahlung und besorgt alle Einküfte aus "Theater und sonstigen der Volkskunst dienenden Veranstaltungen". Pfarrer Rosen erhält ein in der Chronik vermerktes Lob für seine "in stiller Weise" ausgeführte Sammeltätigkeit.

1925 Die Kapelle in Hofweiler muss wegen ihres schlechten Zustandes geschlossen werden. Es darf darin keine Messe mehr gefeiert werden. Die Pfarrei erwägt seit etwa zwei Jahren, nach bereits vorliegenden Plänen die Pfarrkirche zu erweitern. Da der Staat die Zuschüsse verweigert, muss das Vorhaben zurückgestellt werden.

1927 Der geplante Erweiterungsbau der Pfarrkirche kann begonnen werden. Am 14.08.1927 ist die Grundsteinlegung unter Pastor Heck. Ein lang gehegter Wunsch geht damit in Erfüllung. Bruder Johannes Berchmans, mit Familienname Johann Peter Koster, stirbt im Alter von 23 Jahren in einem Trierer Krankenhaus. Er stammt aus der Siedlung Kyll und trat 1923 der Missionsgesellschaft der Weißen Väter bei. Am 1. November 1925 kam er in das Missionshaus Haigerloch (Hohenzollern) und wurd dort zwei Jahre später von einer heimtückischen Krankheit befallen.

1928 Der Anbau der Pfarrkirche macht Fortschritte. Es muss eine Anleihe von 15.000 Reichsmark von der Landesbank Düsseldorf beschlossen werden.

1930 Pfarrer Heck gelingt es, die Bevölkerung von Hofweiler für den längst fälligen Neubau einer Kapelle zu gewinnen. Der Landwirt Bernhard Schwickerath erklärt sich bereit, eine Wiese kostenlos als Bauplatz zur Verfügung zu stellen. Zur Finanzierung des Kapellenneubaus soll der alte Platz verkauft werden. Der Gemeinderat beschließt, gegebenenfalls eigenes Land zur Kostenabdeckung zu veräußern. Viele Bürger verpflichten sich durch Unterschrift, Steine für den Rohbau zu brechen und anzufahren.

1932 Am 3. August 1932 findet in der Pfarrkirche zu Ittel eine seltene und erhebende Feier statt: Der Neupriester Matthias Wolsfeld, Sohn der Witwe Maria Wolsfeld, feiert in der Pfarrkirche seine Primiz. Die gesamte Pfarrgemeinde nimmt an diesem Ereignis regen Anteil.

1933 Durch die große Opferfreudigkeit der Hofweiler Dorfbevölkerung kann es ermöglicht werden, in verhältnismäßig kurzer Zeit den beschlossenen Kapellenneubau zu verwirklichen.

1934 Am 3. Mai 1934 wird es der Gemeinde Hofweiler gestattet, nach vorausgegangener Einweihung das Allerheiligste in der Kapelle aufzubewahren. Hofweiler kann auf ein wohl gelungenes Werk für immer stolz sein.

1948 Pastor Hau sorgt für einen großzügigen Umbau des Pfarrhauses. Die Pfarrkirche erhält eine zentrale Heizung. Nach einem Erweiterungsbau der Sakristei wird der gesamte Kirchenvorraum umgestaltet. Er erhält einen festen Bodenbelag aus Kunststeinen. Vor dem Hauptportal entstehen saubere Grünanlagen mit Rasen und Blumenbeeten.

1950 Im Heiligen Jahr wird der Kirchturm der Pfarrkirche erhöht. Die Kirche erhält im Jahr darauf im Inneren einen neuen Bodenbelag. Dabei ändert sich auch das Aussehen des Altarraumes.

1952 Die Innenwände der Kirche erhalten einen freundlichen Anstrich

1956 Pfarrer Alois Scherer, der seit 12. September 1954 die Pfarrei verwaltet, feiert den 25. Jahrestag seiner Priesterweihe. Aus Anlass dieses Gnadentages findet in der Woche vom 18.-25. März eine "Eucharistische Woche" statt, die von einem Pater aus dem Orden der heiligen Familie gehalten wird.

1964 Für die Orte Hofweiler, Idesheim und Ittel wird eine Pfarrschule geplant. Man beginnt mit den Arbeiten einer vierklassigen Verbandsschule auf der Gemarkung von Idesheim.
Am 13. Oktober kann die neue Verbandsschule bezogen werden. Den Kindern aus der Pfarrei steht ein modernes Schulgebäude mit Turnhalle, Lehrküche, Physikraum und Werkraum zur Verfügung. Die Einweihung erfolgt am 5. Dezember 1966.

1969 Die Pfarrgemeinde begeht ihren ersten Altentag im neuen Schulhaus. Er soll in Zukunft zur lieben Gewohnheit werden.

1972 Der Kirchenchor "Cäcilia" Ittel feiert Anfang September sein 100-jähriges Stiftungsfest.

1978 Pfarrer Alois Scherer verlässt die Pfarrei und geht in den Ruhestand. Die Pfarrei wird von Welschbillig her betreut.

1979 Mit großer Anstrengung wurde die Filialkirche Hofweiler renoviert, wobei der Pflege des wertvollen Hochaltares besondere Sorge galt. An der Markuskirmes konnte die Fertigstellung gefeiert werden.

1980 An der Kapelle in Idesheim werden umfangreiche Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Unter der Leitung von Pfarrer Pater Jäckel aus Welschbillig erhält das Innere des Gotteshauses ein ganz neues und gefälliges Aussehen. Ein besonderes Lob gebührt den einheimischen Handwerkern für ihre vorbildliche uneigennützige Leistung. In den Festveranstaltungen am 2. und 3. August kommt die Freude über das gelungene Werk zum Ausdruck.
Der Primiziant Theo Schneider feiert am Kirmessonntag in seiner Heimatpfarrei Ittel seine erste feierliche Messe. Die Pfarrgemeinde nimmt an dem großen und seltenen Ereignis regen Anteil.

1981 Für die Pfarrkirche in Ittel wird die Anschaffung einer Orgel in eine erreichbare Nähe gerückt. Die ersten Planungen zu einem größeren Festtag für das Jahr 1982 laufen an.

1982 Am 8. August wurde ein doppeltes Fest gefeiert, nämlich die Einweihung der neuen Orgel und das Goldene Priesterjubiläum von Pfarrer i. R. Matthias Wolsfeld.

Quelle: Heft "Orgelweihe in Ittel - Goldenes Priesterjubiläum von Pfr. i. R. Matthias Wolsfeld - 8. August 1982"