Pfarrei St. Amandus Kordel

Kirche und Pfarrhaus

Pfarrkirche St. Amandus Kordel

Erbaut 1865-1942 auf dem Gelände der alten Kirche und angrenzenden Grundstücke unter der Leitung von Communalbaumeister Pleimes aus Trier.

Im Jahr 1956 wurden Renovierungsarbeiten im Gewölbe und der Elektrik durchgeführt. Zudem wurden die Kommunionbankstufen ersetzt, eine neue Kanzel geschaffen, die Muttergotteskapelle geöffnet, ...
1978-1992 erhielt die Kirche eine komplette Renovierung und Neugestaltung. Die Planung übernahm Architekt Peter van Stipelen, Trier. Die Renovierung wurde in 3 Abschnitten durchgeführt:
1. Außenrenovierung des Turms und die Erneuerung der Heizungsanlage
2. Außenrenovierung des Kirchenschiffs
3. Innenrenovierung und Umgestaltung des Kirchenraumes.
Im Mauerwerk wurden die Kriegsschäden ausgebessert, die Blitzschutzanlage wurde gebaut, die Turmhaube renoviert und ein neuer Hahn aufgesetzt, elektrische Uhrwerke eingebaut, das Dach gesichert und grundlegend renoviert.
Viele Arbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt. Hierzu gründete man eigens den KRC (Kirchen-Renovierungs-Club).
Es wurden neue Fenster eingesetzt und die Ausstattung erweitert. Das große Kreuz im Altarraum stellt dann den Abschluß dieser Renovierung und Umgestaltung der Kirche dar. Übrig bleibt als letztes großes Projekt eine neue Orgel.

Unser jetziges Geläut ist das dritte in unserer Pfarrgemeinde St. Amandus Kordel. Schon die im Jahre 1865 abgerissene alte Kordeler Dorfkirche besaß ein aus drei Glocken bestehendes Geläut. Im Turm hingen damals wertvolle Bronzeglocken aus dem 16. und 18. Jahrhundert.
Nach dem Neubau der Pfarrkirche wurden sie 1867 in den neuen Glockenturm gebracht. Zwei Glocken fielen dem Ersten Weltkrieg zum Opfer, als sie eingeschmolzen und das Material für Kriegszwecke Verwendung fand. Die kleinste davon überstand den Krieg.
Schon 1921 konnten mit finanzieller Unterstützung der Zivilgemeinde drei neue Glocken bestellt werden. Sie wurden bei der Firma Mabilon in Saarburg gegossen.
Leider war ihnen kein langes Leben vergönnt. Schon 20 Jahre später wurden sie im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt, am 9. März 1942 abgeholt und eingeschmolzen.
Erst 8 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges konnten sie dank der Spendenbereitschaft der Bevölkerung durch neue ersetzt werden. An Ostermontag weihte Dechant Schieben aus Ehrang die ersten 3 Glocken des neuen Geläutes. Sie sind den Heiligen Martin, Amandus und Michael geweiht. Die letzte und größte Glocke hat die Muttergottes als Patronin. Sie konnte erst zu Pfingsten des gleichen Jahres nachgeliefert.
Die Glocken wurden in einen eisernen Glockenstuhl montiert und brauchten auch nicht mehr von Hand bewegt zu werden. Eine elektrische Läutemaschine übernahm die Funktion der Messdiener oder des Küsters. Heute ist die Schaltanlage der Glockenbedienung automatisiert
Die neuen Glocken aus Stahlguß sind in den Tonlagen es - ges - as und b gestimmt.

Die Kirchenfenster wurden von Pater Rudolf Fritz entworfen. Er hat sich für die Gestaltung Motive aus der Schöpfung ausgewählt - in Anlehnung an den Sonnengesang des Hl. Franz von Assisi.
Die Sonne, als Hauptsymbol in der Fensterreihe im Chor - leben- und lichtspendend - Sinnbild Gottes.
Dazu das Symbol des Baumes, der Blüten und Blätter treibt, des Baumes, der immer wieder vom scheinbaren Tod zum Leben erwacht.
Blätter, von vielen Betrachtern auch als Tropfen gedeutet, Lebenssymbole von ganz eigener Aussagekraft. Ihr Vergehen macht neues Leben möglich. "Hast du nicht gesehen, wie sich alles drängt zum Leben? Was nicht Baum kann werden, wird doch Blatt; ... schon im Blatt des Baumes hoher Bau, ..." (J. G. Herder).
Die Himmelsleiter: Ein Mann auf der Flucht vor seinem Bruder. Er übernachtet unter freiem Himmel, den Kopf auf einem Stein gebettet. Im Traum sieht er die Leiter vom Himmel zur Erde reichend. Es geht ihm auf: "Wahrhaftig, hier ist Gott, und ich habe es nicht gewußt".
Über dem Taufbecken das Motiv Wasser, Symbol der Liebe Gottes, von oben ausgegossen und in alle Richtungen fließend;
gegenüber auf der linken Seite das Motiv Feuer, Symbol für Erleuchtung, Kraft, Stärke;
in der Mitte links die Erde, ein nach oben geöffnetes Feld, mit dem, was sie hervorbringt. Dieses offene Erdsymbol kann auch für den Menschen gelten, der offen ist für das Leben, die Liebe, die ihm von oben zufallen.

2011 wurde von der Holzschnitzerei Josef Albl in Oberammergau die Figur des Heiligen Amandus mit dem Modell der Kordeler Kirche angefertigt. Die Figur wurde im Kirmesgottesdienst am 21. August eingesegnet. Gestiftet wurde die Amandus-Figur von der Kath. Frauengemeinschaft Kordel.

Am 24. Juni 2012 wurde die neu restaurierte Conacher-Fasen-Orgel in der Pfarrkirche Kordel durch Monsignore Dr. Georg Bätzing eingeweiht.

 

Das Pfarrhaus in Kordel

Ein Pfarrhaus in Kordel wird erstmals in einer Urkunde vom 23. Mai 1336 erwähnt.
Nachdem das aus dem Jahre 1763 stammende alte Pfarrhaus baufällig und fast nicht mehr bewohnbar war, wurde im Jahre 1890 mit dem Bau des jetzigen Pfarrhauses begonnen.
Es wurde, wie auch die Kirche, 1909 mit elektrischer Beleuchtung versehen.
Nach dem Krieg war das Pfarrhaus total demoliert. Der Regen drang bis in die untersten Räume und es fehlten noch Zwischenwände, Fenster und Türen.
Das Dach mußte einschließlich Gebälk erneuert werden. Die Zivilgemeinde stellte kostenlos Bauholz zur Verfügung und so konnte 1952 mit der Sanierung begonnen werden.
1954 wurden weitere erforderlichen Reparaturen und Verbesserungen vorgenommen.

Das Pfarrhaus ist heute vermietet; 2 Räume im Erdgeschoß werden allerdings noch pfarrlich als Büro und Sitzungszimmer genutzt.

Quelle: 125 Jahre Pfarrkirche St. Amandus Kordel