Pfarrei St. Petrus Welschbillig

Die Kirchen in unserer Pfarrei St. Petrus

Pfarrkirche St. Petrus Welschbillig

Erbaut 1889-1895 auf dem Gelände der ehemaligen kur-fürstlichen Burg in Welschbillig nach den Plänen des Trierer Dombaumeisters Reinhold Wirtz als dreischiffige "Querhausbasilika" mit polygonalem Chorabschluss und mächtigem Westturm in neugotischem Stil .

Die Kirche bekam wegen ihrer erhabenen Lage über dem Tal der Kyll und ihrer proportionierten Großzügigkeit seinerzeit von Bischof Michael Felix Korum den Ehrentitel "Eifeldom" verliehen.

Zwischen 1971 und 1976 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. So wurde der Turmhelm erneuert, das Mauerwerk der Kirche von außen ausgebessert und isoliert und die ganze Dachfläche erneuert. Es erfolgte ebenso eine Renovierung im Innenbereich; das Inventar wurde ergänzt. Der Altarraum wurde im Sinne der liturgischen Bestimmungen des 2. Vatikanischen Konzils umgestaltet.

Unser jetziges Geläut ist bereits das vierte in der Pfarrkirche von Welschbillig. Die ersten Glocken stammten noch aus der alten Kirche auf dem heutigen Friedhof. 1908 wurde ein neues vierstimmiges Geläute eingeweiht. Nach wenigen Jahren wurde es im ersten Weltkrieg beschlagnahmt.
1920 schaffte die Pfarrei drei neue Glocken an. Die beiden größten wurden 1942 zu Kriegszwecken eingezogen. Die übriggebliebene Marienglocke wurde 1951 an die Pfarrei Kinderbeuren verkauft. Es ist so nicht verwunderlich, dass bald nach dem zweiten Weltkrieg ein neues Geläute gewünscht wurde.
Man beschloss, 4 neue Glocken zu bestellen. Am 27. Mai 1951 war der festliche Tag der Glockenweihe. Die vier Glocken hingen festlich geschmückt vor den Treppenstufen des Chores:
St. Martinus, Sta. Maria, St. Donatus, St. Petrus

1957 wurde eine elektrische Läutanlage eingebaut. Jedes Geläut ist musikalisch zusammengestellt. Unser Geläut ist ein ausgefüllter moll-Dreiklang. Die Töne in der Reihenfolge es, ges, as, b läuten nach Melodie eines bekannten Motivs in der Kirchenmusik: "Per omnia saecula saeculorum"

Die Orgel unserer Pfarrkirche wurde von der Fa. Mayer aus Heusweiler gebaut. Hinter dem prächtigen Prospekt verbirgt sich die größte Zahl der 1596 Pfeifen. Die längste Pfeife misst 2,90 m und hat ein Gewicht von 28 kg. Die kleinste Pfeife wiegt nur 5 g bei einer Länge von 7mm. Von der alten Orgel wurden Register teilweise oder ganz übernommen und überarbeitet.
Die Orgelweihe war am Sonntag, 7. November 1982.

Nachstehend sollen die Fenster anhand der im Grundriss der Kirche angegebenen Nummerierung kurz erklärt werden (Stifter in Klammern).

1. Allerheiligste Dreifaltigkeit, das zentrale Geheimnis des Christentums. (Bürgermeister Karl Buschmann)
2. Apostelfürsten St. Petrus und Paulus mit Schlüssel und Schwert. St. Petrus ist zudem Patron der Pfarrkirche (Pfr. Peter Ludes)
3. Erzengel Gabriel und Michael mit Rauchfaß bzw. Kreuzlanze (Anna Metzdorf). St. Michael ist Fürst der himmlischen Heerscharen, Beschützer der Kirche und Bekämpfer aller gottfeindlichen Mächte. St. Gabriel, der sonst auch mit Lilienstengel dargestellt wird, wurde 1951 zum Patron des Fernmelde- und Nachrichtendienstes erwählt.
4. Ornamental (Apotheke Weinand).
5. Ornamental (Frl. Hilde Biesdorf).
6. St. Louis Marie Grignion de Montfort (1673-1716), Stifter der Missionskongregation der Gesellschaft Mariens (Montfortaner), mit Mutter Gottes, Buch und Taube. "Heiliger Montfort, bitte für uns."
7. Ornamental.
8. Aussendung der Missionare - "Bringt Heil allen Menschen."
9. Ornamental.
10. St. Bernard von Clairvaux, Abt von Clairvaux, zweiter Stifter des Zisterzienserordens (1090-1153) mit Maria und Jesuskind, umgeben von Engeln. Im oberen Rundteil St. Gertrud, Tochter Pippins d. Ä. erste Äbtissin von Nivelles bei Brüssel, 17.3.659, hier mit der Maus.
11. Ornamental.
12. Immaculata-Fenster - "Du unbefleckte, bitte für uns." Im oberen Rundteil Frau mit Säule: "Du starkes Weib." (Jungfrauenkongregation Welschbillig, gegründet 1904).
13. Ornamental.
14. Weihnachts-Fenster: "Gloria in excelsis Deo." - Im oberen Rundteil Krone, Zepter, Kreuz, Schwert und Stab.
15. Ornamental.
16. Schmerzhafte Mutter Gottes, von sieben Schwerten durchbohrt. "Ihr Schmerz ist groß wie das Meer." - Oben: der hl. Rock Christi. (Geschwister Heinz, Pfarrhaus).
17. Ornamental.
18. Tod des Hl. Josef - "Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt." - Oben: Krone "St. Josef" (Familie Bernhard Dahm, Trier).
19. Ornamental.
20. St. Lucia von Syrakus, Jungfrau und Märtyrin, mit Palme in der Hand und Schwert im Hals, Patronin der Kapelle in Möhn. "Hl. Lucia, bitte für uns."
21. St. Martin teilt seinen Mantel mit dem Bettler. (Anna Metzdorf).
22. St. Clemens I., Papst 92-101, gewinnt die Kaiserin für den katholischen Glauben und wird dafür ins Schwarze Meer versenkt. Patron der Kapelle in Olk: "Hl. Clemens, bitte für uns."
23. Christus übergibt St. Petrus den Schlüssel (Pfr. Peter Ludes).
24. St. Matthias, Ersatzapostel für Judas, wirkte in Äthiopien, Märtyrer durch Enthauptung (Beil) - hier Krönung durch Christus.
Oben: die Hl. Katharina mit Palmenzweig. (Geschwister Heinz, Pfarrhaus.)
25. Rosenkranzüberreichung durch Maria an den hl. Dominikus, Stifter des Dominikanerordens.
26. Kreuzfenster mit St. Andreas, Bruder des Hl. Petrus. "Ave crux, spes unica."
Oben: Brot und Fisch. (Familie Josef Schüller).
27. Ornamental.
28. Jesus der Kinderfreund.
Oben: Brennendes Herz. "Lasset die Kinder zu mir kommen." (Familie Becker-Girst).
29. Ornamental.
30. Glaubensfenster mit dem Hl. Thomas und Christus, dem Auferstandenen.
Oben: Hand mit dem Wundmal. "Selig, die nicht sehen und doch glauben."
31. Ornamental.
32. Abendmahl-Fenster
Oben: Pelikan. "Dies tuet zu meinem Gedächtnis."
33. Ornamental.
34. Portal-Fenster (Ornamental)
35. Oberes Turm-Fenster (Ornamental)

Quelle: Festschrift 100 Jahre Pfarrkirche St. Peter zu Welschbillig

Filialkirche St. Luzia Möhn

Die Kapelle in Möhn wird in der Ablassurkunde von 1328 erstmals erwähnt. Von ihr steht heute nur mehr ein nicht mehr geosteter frühgotischer Turm (um 1220), der einer 1518 erbauten oder erweiterten, westwärts liegenden Kapelle als Chorturm diente. Am 20.8.1518 konsekrierte Weihbischof Johannes Enen aus Trier in Möhn einen Altar zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes, der Hl. Anna, des Hl. Apostels Jakobus, aller Hl. Apostel und der Hll. Quirin, Sebastian, Luzia, Barbara und Katharina und verlieh gleichzeitig einen Ablass von 40 Tagen.

Im Jahre 1569 sind in der der Hl. Luzia geweihten Kapelle 2 Altäre, die 1684 der Hl. Luzia und den Hl. Siebenschläfern geweiht sind. 1712 befinden sich am Hochaltar alte Gemälde, und das Knochenhaus und die Sakristei sind sehr baufällig.
Nach Riss von Johannes Seitz, Trier (19.1.1773) erstellte Maurermeister Michael Steur aus Echternach bis Michaelstag 1774 die noch heute stehende Kapelle schlüsselfertig.
Der Neubau ist geostet, d. h. er wurde an die östliche Turmseite angefügt. Die Turmöffnung nach dem Schiff der früheren Kapelle zeigt sich nach Westen hin als sorgfältig gemauerter Spitzbogen mit eingelegtem dicken Sandsteinwulst. Die Turmhalle, ehemals Ostchor der alten Kapelle, wird jetzt als Eingang genützt.
Der Hochaltar ist eine Arbeit des Malers und Bildhauers Theodor Weinart, Bitburg von 1786. In Tabernakelform hat er heute im Aufsatz nur mehr die Statue der Hl. Luzia, die 1770 angeschafft wurde.
Der linke Nebenaltar ist ein Sandsteinaltar, dessen alte Bemalung abgewaschen ist und stammt aus dem Jahre 1719. Er hat eine Mutter Gottes mit Kind, die beide gekrönt sind, und im Aufsatz den Hl. Bernhard von Clairvaux.
Für den früheren Siebenschläferkult in Möhn sind bedeutsam zwei Reliefs. In dem älteren, rechts an der Wand eingemauerten, aus dem 16. Jahrhundert, wurde ein Ersatz für eine vielleicht als Siebenschläfer gedeutete und verwendete römische Totenklage aus dem alten Tempelbezirk bei Möhn vermutet.
Das größere Holzrelief des rechten Nebenaltares stammt von einem kleinen Altar, der nach Trier kam. Es wurde 1777 durch den Schreiner Karl Kaspar Koch aus Prüm gefertigt.
Die Kapelle wurde 1963 geschmackvoll durch den Zeller Kirchenmaler Niespar restauriert, so dass von den im 2. Weltkrieg erlittenen Kriegsschäden nichts mehr zu sehen war.
Die zwei Glocken von 1774 und 1839 fielen dem ersten und die beiden von 1920 dem zweiten Weltkrieg zum Opfer. 1942 wurden zwei Stahlglocken angeschafft. Im Herbst 1979 wurden umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten abgeschlossen. 1998 wurden die Stahlglocken durch zwei neue Bronzeglocken ersetzt. Glockenweihe war am 25. Oktober 1998.

Quelle: Welschbillig und Umgebung (Eduard Lichter)

Filialkirche St. Clemens Olk

1569 n. Chr. wurde Olks als Filiale von der Pfarrei Welschbillig urkundlich erwähnt.
Die noch heute dem Hl. Clemens geweihte Kapelle samt ihrem 5,55 mal 9,40 m großem Kern aus romanischer Zeit ist eine der wenigen noch erhaltenen romanischen einschiffigen Kleinkirchen mit altem Seiteneingang, der ein Tympanon mit 50 cm Radius und Kerbschnittmuster hatte, sowie Balkendecke und Ostchorturm. Erbaut wurde die Kapelle um das Jahr 1200.
Der Bau wurde 1789/90 verändert, erhielt einen Westeingang und 1803 eine Vorhalle. 1827 wurde der Turm neu aufgebaut.
Der Steinaltar des Hl. Clemens von 1715 ist wie ein Holzaltar gearbeitet, mit Kompositkapitellen zur Seite der Nische für die neugefasste Steinfigur des Hl. Clemens und hat im Aufbau eine Steinfigur des Hl. Dionysius.
Zu Ehren der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege wurde 1952 in der Vorhalle ein Ehrenmal errichtet.
Olk hatte 1834 noch eine Glocke von 1400; heute läutet hier eine Stahlglocke von 1942, zu welcher 1959 noch eine kleine Glocke gestiftet wurde.
In den Jahren 1966/67 renoviert. Als man die Sakristei erweiterte und die Kapelle innen erneuerte, fand man beim Versetzen des Altars ins Chor ein Reliquiengrab mit dem Siegel des Weihbischofs Nikolaus Schienen (1519-1556
1987 wurde die Kapelle neu gestrichen, es wurde ein Holzfußboden verlegt und eine Heizung eingebaut.

Quelle: Welschbillig und Umgebung (Eduard Lichter)

Das Pfarrhaus in Welschbillig

Nach der Zerstörung der Burg um 1673 dauerte es noch einige Jahre, bis an der Nordseite des Burghofes 1710-12 das neue Amtshaus (jetziges Pfarrhaus) erbaut wurde. Die Pläne hierzu lieferte der Baumeister Ravenstein. Es zeigt über dem Eingang und am Treppenhaus das Wappen des Kurfürsten Karl Josef von Lothringen (1711-1715).
Bald nach 1800 erwarb der damalige Steuereinnehmer Johann Peter Pauly aus Trier die Burg. Unter Eintausch des alten Pfarrhauses am Friedhof erwarb im Jahre 1884 die Pfarrei Welschbillig den ganzen Burgbering von den Eheleuten Schmitt-Burg. Bei der Renovierung 1977 wurde es völlig entkernt, statisch gesichert und schlicht, aber wohnlich erneuert.
Das Haus bietet sich jetzt als eine Zierde denkmalpflegerischen Bemühens im Bering der mittelalterlichen Wasserburgruine dar.

Quelle: Welschbillig und Umgebung (Eduard Lichter).