Pfarrei St. Petrus Welschbillig

Die Orgeln unserer Pfarrkirche

Nachrichten über Orgeln in der alten Pfarrkirche von Welschbillig sind nicht bekannt.
Die erste Orgel der 1895 vollendeten Pfarrkirche St. Petrus wurde im Jahr 1931 von dem Päpstlichen Hoflieferanten Orgelbau Gebr. Späth aus Ennetach-Mengen erbaut. Sie besaß eine elektropneumatische Traktur und hinter ihrem Freipfeifenprospekt standen 22 Register, die die folgende Disposition bildeten:

I. Manual: Hauptwerk (C-g''')
Prinzipal 8'
Gedeckt 8'
Tibia 8'
Dulciana 8'
Oktave 4'
Rohrflöte 4'
Mixtur 3-5fach

II. Manual: Schwellwerk (C-g''', ausgebaut bis g'''')
Lieblich Gedeckt 8' (16'?)
Prinzipal 8'
Konzertflöte 8'
Nachthorn 8'
Salizional 8'
Klosterflöte 8' (4'?)
Unda maris 4' (8'?)
Sesquialter 3fach
Progressio 4fach
Trompete 8'

Pedalwerk (C-f')
Prinzipalbaß 16'
Subbaß 16'
Zartbaß 16'
Oktavbaß 8'
Posaune 16'

1.860 Pfeifen aus Holz, Zink und Zinn. Normalkoppel (Oktavkoppeln?). Crescendowalze. Eine Freie Combination. Druckknöpfe für Piano, Mezzoforte, Tutti, Auslöser, Freie Combination, Zungen ab, Tremolo.

Diese Späth-Orgel wurde am 07. November 1982 durch die jetzige Orgel der Orgelbaufirma Hugo Mayer, Heusweiler, ersetzt. Der neogotische Prospekt der Orgel stammt in seinen wesentlichen Teilen aus der Kapuzinerkirche in Cochem. Hinter diesem Prospekt befindet sich folgende, von Pfr. Rainer Ruß (Ralingen-Olk) und Domorganist Wolfgang Oehms 1978 entworfene Disposition (23 klingende Register):

I. Manual: Koppelmanual (C-g''')

II. Manual: Hauptwerk (C-g''')
Principal 8'
Spillpfeife 8'
Octave 4'
Rohrflöte 4'
Schwiegel 2'
Cornet 5fach (ab g° ) 8'
Mixtur 4fach 1 1/3'
Trompete 8'

III. Manual: Schwellwerk (C-g''')
Bleigedackt 8'
Gemshorn 4'
Nazard 2 2/3'
Principal 2'
Blockflöte 1 3/5'
Larigot 1 1/3'
Cymbel 3fach 2/3'
Rankett 16'
Krummhorn 8'
- Tremulant -

Pedalwerk (C-f')
Subbaß 16'
Octavbaß 8'
Gedacktbaß 8'
Choralbaß 4'
Rauschpfeife 3fach 2'
Fagott 16'

Mechanische Spieltraktur (Schleiflade), elektropneumatische Registertraktur. 1.596 Pfeifen. Zwei Freie Kombinationen. Zungeneinzelabsteller. Pistons für Pedalkoppeln. Druckknöpfe für Handregister, 1. Freie Kombination, 2. Freie Kombination, Auslöser, Tutti. Folgende Register enthalten Pfeifen der ehemaligen Späth-Orgel: Spillpfeife 8', Rohrflöte 4', Bleigedackt 8', Subbaß 16', Gedacktbaß 8', Rauschpfeife 2'.

Am 9. November 2008 feierten wir das 25-jährige Jubiläum unserer Orgel. Mittlerweile sind immer wieder elektronische Probleme aufgetreten. Auf und in den Orgelpfeifen und auf feinen Mechanikteilen hat sich dicker Staub abgesetzt, der dringend beseitigt werden muss. Um das Geld für die Überprüfung und evtl. Erneuerung der Elektronik, die Reinigung der Orgel, sowie evtl. weitere notwendige Reparaturen zu sammeln, wurde 2007 der FÖRDERKREIS ORGELFREUNDE WELSCHBILLIG gegründet. Es wurden Mitgliedsbeiträge gezahlt, um Spenden gebeten, Konzerte und weitere Aktionen durchgeführt.

So konnte Anfang Februar 2009 mit den Arbeiten begonnen werden. Hierbei wurden die ca. 1.600 Orgelpfeifen ausgebaut und von Staub und Schmutz befreit. Orgelwerk und Spieltisch wurden ebenfalls gründlich gereinigt. Sämtliche Ventile wurden gereinigt und die Federn neu justiert, dann die gesamte Traktur neu reguliert. Die gesamte Windanlage wurde auf Dichtheit überprüft. Die drei Manualklaviaturen wurden aus dem Spieltisch ausgebaut, die alten Führungsfilze entfernt und neue eingepasst. Die Elektronik der Orgel wurde überprüft. Zum Schluss wurde die ganze Orgel einer Generalstimmung und Abschlussprüfung unterzogen.

Im Feierlichen Gottesdienst am 1. März 2009 wurde unsere Orgel gesegnet und wieder in Dienst genommen.

Quelle: Festschrift Orgelweihe St. Petrus in Welschbillig, So. 7.November 1982