Pfarrei St. Petrus Welschbillig

Förderkreis Orgelfreunde Welschbillig

Im Jahre 1982 wurde unsere jetzige Orgel für rund 220.000 DM erbaut. Am 7. November war das große Fest der Orgelweihe. Dieser Tag war für die Pfarrgemeinde Welschbillig ein besonderes und frohes Ereignis. Die Arbeiten und Mühen der vergangenen Jahre hatten sich gelohnt und endlich erklang die neue Orgel in unserem Gotteshaus.

Seitdem sind über 25 Jahre vergangen. In unzähligen Gottesdiensten war unsere Orgel im "Einsatz": Zur Begleitung des Gemeinde- und Chorgesanges, zur Meditation, in Konzerten ... Wie trostlos wäre es ohne sie!

Und doch mussten wir in den vergangenen Jahren bereits zweimal bittere Erfahrungen machen:

– In der Osternacht 2005 war eine Sicherung im Orgelgehäuse durchgebrannt. Glücklicherweise wurde der Fehler schnell gefunden und auf den letzten Drücker provisorisch repariert, so dass die Orgel in der Osternachtsfeier wieder erklingen konnte.

– Im feierlichen Hochamt mit dem Erzbischof von Cotonou/Benin (Westafrika) am 17.09.2006 fiel die Orgel wiederum komplett aus. Im Spieltisch der Orgel war ein Kabel oxidiert. Dieses Mal konnte der Fehler nicht gefunden werden, so dass der Gottesdienst ohne Orgel stattfinden musste.

Diese elektronischen Probleme müssen umgehend beseitigt werden, da im Bereich defekter Elektronik akute Feuergefahr besteht!

Doch nicht nur die fehlerhafte Elektronik beeinträchtigt seit längerer Zeit den Spielbetrieb. Auf und in den Orgelpfeifen und auf feinen Mechanikteilen hat sich dicker Staub abgesetzt, der dringend beseitigt werden muss. Durch den Staub werden der Klang der Pfeifen und die Funktion der Mechanik erheblich gestört. Außerdem können im Zusammenspiel von Staub und Kondenswasser empfindliche Schäden am Material der Pfeifen entstehen. Die Reinigung ist eine sehr aufwendige und kostspielige Angelegenheit, da jede einzelne Pfeife ausgebaut, gereinigt und wieder eingebaut werden muss. Diese Arbeit zieht sich über mehrere Wochen hin.

Die Kosten der Orgelreinigung und anstehender Reparaturen belaufen sich auf ca. 20.000 Euro und müssen von der Kirchengemeinde selbst getragen werden. Durch die Renovierung der Pfarrscheune sind hier jedoch alle Mittel ausgeschöpft – ein Aufschub der Orgelreinigung ist aber wegen der akuten Probleme und Gefahren, aber auch wegen der fortsetzenden Verschlechterung des Klangs nicht möglich.

Um das Geld für die Überprüfung und evtl. Erneuerung der Elektronik, die Reinigung der Orgel sowie evtl. weiterer notwendiger Reparaturen zu sammeln, wurde der FÖRDERKREIS ORGELFREUNDE WELSCHBILLIG gegründet. Die Mitglieder unterstützten dieses Anliegen mit finanziellen Beiträgen.

Am 13. Januar 2007 fand die Gründungsversammlung des FÖRDERKREISES ORGELFREUNDE WELSCHBILLIG statt. Hier wurde die Satzung beschlossen, offene Fragen erläutert, Ideen zur Finanzierung der anstehenden Arbeiten gesammelt und das Organisationsteam gewählt.

Zum Organisationsteam gehörten:
Dechant Berthold Fochs (Pfarrer)
Axel Simon (Kirchenmusiker)
Claudia Minden (Teamleiterin)
Rüdiger Buschmann (Kassenwart)
Annegret Seemann (Schriftführerin)
Das Amt des Kassenprüfers übernahm Klaus Christmann.
Die gesammelten Ideen wurden nun beraten und verschiedene Aktionen organisiert.

Am 1. Juli 2007 fand ein Geistliches Konzert zum Petrusfest statt, an dem alle musikalischen Vereine aus Welschbillig beteiligt waren. Im November feierten wir „Silbernes Orgeljubiläum“. Der Kirchenchor stiftete dreimal den Erlös der Weihnachtsbäckerei und der Musikveranstaltete ein Kirchenkonzert zugunsten der Orgelrenovierung. Ebenfalls hierfür wurden der Erlös von Begegnungskaffees und eines Laufes um die Burg verwendet. Es wurden Türkollekten durchgeführt und um Spenden gebeten.

Nach ca. 1 ½ Jahren war das Ziel zum größten Teil erreicht und so wurde der Förderkreis zum 31. Oktober 2008 aufgelöst.

Die Renovierung der Orgel beginnt Anfang Februar 2009. Hier werden folgende Arbeiten ausgeführt:

Reinigung der Orgel

Die ca. 1.600 Pfeifen des Orgelwerkes werden ausgebaut und von Schmutz und Staub befreit.

Dann wird das Orgelwerk einer gründlichen Reinigung unterzogen. Sämtliche Teile werden abgesaugt und abgewaschen, z. T. in Verbindung mit dem Auseinandernehmen von Orgelteilen.

Sämtliche Ventile werden gereinigt und die Federn neu justiert, dann die gesamte Traktur (Verbindung zwischen Tasten und Spielventilen) neu reguliert. Die gesamte Windanlage wird auf Dichtheit überprüft und soweit notwendig, mit Schafleder abgedichtet.

Der Spieltisch wird ebenfalls gereinigt und überarbeitet. Die elektrischen Kontakte werden gereinigt und überprüft. Die Koppeln im Spieltisch werden neu justiert, so dass ein optimaler Wirkungsgrad erreicht wird.

Dann werden die Register nacheinander wieder eingebaut und sorgfältig nachintoniert.

Klaviaturen ausgarnieren

Die drei Manualklaviaturen werden aus dem Spieltisch ausgebaut. Die alten Führungsfilze werden entfernt und die Fräsungen ausgeputzt. Dann werden neue Kasimirfilze in die Führungen eingeleimt und die Tasten eingepasst. Die Auflagepolster an den Tastenenden werden durch Wollfilze erneuert. Die Klaviaturen werden wieder in den Spieltisch eingebaut und die Traktur justiert.

Zungen im Schwellwerk

Die zwei Zungenregister im Schwellwerk sind auf der Windlade als hinterste Register angeordnet und sind zum Stimmen nur schwer zugänglich. Hier muss eine Lösung gefunden werden, die eine bessere Zugänglichkeit erlaubt.

Elektronik

Die Elektronik der Orgel wird überprüft und ein Schaltkasten komplett ausgetauscht.

Zum Schluss wird die ganze Orgel einer Generalstimmung und Abschlussprüfung unterzogen.

Am 1. März 2009 konnten wir die Wiederinbetriebnahme unserer Orgel feiern.

Ein herzliches Dankeschön allen Mitgliedern des Förderkreises für die finanzielle und tatkräftige Mithilfe! Ebenfalls herzlichen Dank allen, die unser Vorhaben der Orgelrenovierung durch Spenden oder anderweitig unterstützten!